Tagestour nach Holland, durchs Emsland und zum Tag der E-Mobilität in Dersum

Vor ein paar Tagen erfuhr ich im Internet, dass in im emsländischen Dersum am gestrigen Samstag (7.3.2020) ein Tag der Elektromobilität stattfinden sollte. Dies nahm ich zum Anlass, mal eine längere Tour mit meinem relativ neuen Kona Electric zu unternehmen. Morgens um 9.00 Uhr gings im voll geladenen und vorgeheizten Wagen von meinem Heimatort Bakum (bei Vechta) aus los.

Die Strecke führte über Hemmelte, Löningen, an Meppen vorbei dann ins niederländische Emmen (ca. 110 km), dass ich um 10.40 Uhr erreichte. Ich hatte wohl noch 80 % Ladezustand im Akku.  Emmen ist eine sehr interessante Stadt, die nach dem Weltkrieg wohl völlig neu erbaut wurde. Im Stadtkern ist ein riesiges Einkaufszentrum und eine Fußgängerzone mit vielen Restaurants. Mittags fuhr ich dann weiter nach Meppen, ca. 35 km entfernt von Emmen. Dort fand ich die witzigste Lademöglichkeit, die ich als Emobilist bisher hatte. Die Wallbox im Parkhaus funktionierte nur mit Münzeinwurf. Ich kramte noch gerade die letzten 90 Cent aus dem Portemonnaie, die ich hatte, und mein Kona nuckelte zwei oder  drei Kilowatt, während ich einen Hamburger in der Innenstadt aß. Aber wenn man gerade parkt, kann man auch laden, wenn es gerade geht.

Von Meppen ging es dann 50 Kilometer weiter nach Dersum. Dort veranstaltete die Kolpingsfamilie einen Tag der Elektromobilität. Ein Mitglied der Kolpingsfamilie, der einen Tesla fährt, hatte ihn mit einigen Mitstreitern organisiert. Es waren bereits eine Reihe anderer Elektroautos da. Mehrere Renault Zoe, ein Hyundai Ioniq, mehrere Teslas und andere Elektroautos und Hybridfahrzeuge. Besonders interessant fand ich den Skoda Citigo. Er ist die Alternative zum VW E Up zum Preis von 21 TEuro und mit einer Reichweite von 200 km/h. Zu wuchtig fand ich für mich den Audi Etron, der aber auch in den hinteren Sitzen sehr bequem Platz bietet, wie ich fand. Außerdem sehenswert für mich war noch ein alter Nissan Leaf 1, der an der Straße stand.

In der benachbarten Gaststätte gab es am Nachmittag sehr interessante Vorträge über die Vorteile der Elektromobilität und erneuerbarer Energie. Den ersten Vortrag hielt ein Inhaber eines Elektrobetriebes, welcher seit vielen Jahren sich mit Solaranlagen, Wärmepumpen und Elektromobilität beschäftigt. Der Strom wird in Zukunft die zentrale Rolle bei der dezentralen Energieversorgung spielen, sagte er. Auch bei der Beheizung der Wohnungen würde die Gasheizung neben der Ölheizung aussterben und durch Wärmepumpen ersetzt, die mit Strom aus erneuerbarer Energie betrieben werden. Voraussetzung sei dafür allerdings, dass das Heizen mit geringen Vorlauftemperaturen, zum Beispiel mit Fußbodenheizung, möglich ist. Er erklärte auch die Vorteile von Fotovoltaikanlagen, besonders bei der Eigennutzung des Stromes. Der Besitzer  einer Fotovoltaikanlage nutzt den selbst erzeugten Strom für seinen Hausverbrauch oder sein Elektroauto, wenn die Sonne scheint.  Die Solarenergie sei die preiswerteste Alternative schon heute.

Der Markt bei den Stromanbietern werde sich sich revolutionieren. Statt starrer Stromtarife könne der Kunde von flexiblen, sich stündlich ändernden Strompreisen profitieren. Die Wärmepumpe könne in diesem Fall gerade dann angeschaltet werden, wenn der Strompreis gerade niedrig sei. Erste Anbieter für Privatkunden gäbe es bereits, den Grünstrom-Anbieter Awattar.

Anschließend berichtete der Initiator des E-Mobilitätstages, wie das Elektroauto funktioniert und warum es so viel Spaß macht, eines zu fahren. Er fährt selber einen Tesla. Am bewegendsten war ein Erfahrungsbericht eines Emobilisten, der darauf folgte. Er fährt schon seit dem Jahr 2012 elektrisch. Schon immer habe er sich gedacht, es müsste doch auch möglich sein, preiswert ein Auto mit Strom zu fahren. Als er die Möglichkeit hatte, günstig einen Mitsubishi i-MiEV zu bekommen, kaufte er sich dieses Auto als Zweitwagen. Der Wagen hatte nur einen 16 kw Akku und einen 67 PS starken Motor, er hatte eine realistische Reichweite von 100 km. Aber mit dem Wagen machte es ihm und seiner Frau riesigen Spaß, zu fahren. Für den Alltag reichte der Wagen völlig aus. Das einzige Problem war die Heizung im Winter. Aber ihm und seiner Frau wurde klar: Elektromobilität funktioniert!

Als 2016 Hyundai den neuen Ioniq EV auf den Markt brachte, versuchte er bei den Autohändlern in der Umgebung, diesen Wagen zu erwerben. Doch dies war nicht möglich. Alle Händler versuchten, ihn von seinem Vorhaben abzubringen und statt dessen ein Dieselauto zu kaufen. Der einzige Händler, bei dem er den Wagen schließlich erwerben konnte, war das Autohaus Sangl im bayrischen Landsberg. Unvergesslich sei seine erste Fahrt mit dem Wagen von Landsberg nach Hause gewesen. Auf der Langstrecke von 800 km von Landsberg bis in Emsland habe er kein Problem gehabt. Die 11 Stunden dauernde Reise sei mit den Ladepausen sehr erholsam und angenehm gewesen. Er hat neben seinen Ioniq EV zwar noch seinen Audi mit Dieselmotor, aber der Ioniq ist längst zum Erstauto geworden. Wenn möglich, fahren er und seine Frau nur noch elektrisch.

Beim Treffen lernte ich noch einige sehr nette Emobilisten aus dem Emsland kennen, zum Beispiel die Eva vom YouTube Kanal Das Bloghaus. Anschließend fand noch ein gemeinsamer Stammtisch statt, an dem ich noch teilnahm. Die emsländischen E-Mobilisten treffen sich jeden ersten Samstag im Monat. Von dort aus ging es die ca. 90 Kilometer nach Hause. Mein Kona schnurrte die Strecke ab, und zu Hause in Bakum kam ich mit einem Akkuladezustand von 30 Prozent an. Mein Wagen hatte an diesem Tag insgesamt 286 Kilometer Strecke zurückgelegt, und dies ohne einen längeren „Tankstopp“.

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