Gibt es eine Lade-Etikette?

Es ist in der „Community“ der Elektroauto Fahrer immer wieder ein heiß diskutiertes Thema: Das gute „Benehmen“ an einer Ladestation für Elektroautos, die sogenannte „Lade-Etikette“. Nach diesen ungeschriebenen Regeln gehört es sich zum Beispiel nicht, wenn Fahrer von Benzin- oder Dieselautos vor einer Ladesäule für Elektroautos parken. Das Dumme ist allerdings, dass es Verbrennerfahrern wenig interessiert, welche Benimmregeln sich einige Elektromobilisten ausgedacht haben.  Außerdem ist es ungehörig, wenn Elektroautos an Ladesäulen parken, ohne zu laden und wenn deren Besitzer nicht rechtzeitig ihr Auto abholen, wenn der Ladevorgang beendet wurde.

Vorbildlich ist es hingegen, wenn ein Elektromobilist, der nur noch eine kleine Strecke zu bewältigen hat und genug Strom im Akku hat, jemand freiwillig die Lademöglichkeit überlässt, der dringend Strom benötigt, um weiter fahren zu können.

Haben Sie gewusst, dass es schlechtes Benehmen ist, an einem High Power Charger (HPC)  ihr Auto zu laden, wenn es keine hohe Ladeleistung hat? Nach dieser Regel dürfte ich mit meinem Kona Electric nur an Triple Chargern mit CCS laden, weil ich maximal mit 60 bis 70 kw Leistung „schnell laden“ kann. Die HPC Lader (bis zu 350 kw Leistung) sind dem guten Benehmen nach nur für Autos gedacht, die mindestens mit 100 kw und mehr (demnächst mit mindestens 200 kw Leistung?) laden können. Wenn es nach bestimmten Leuten geht. Es dürften nach der Lade-Etikette also an den superschnellen IONITY, ALLEGRO und FASTNED Chargern nur Porsche Taican, Tesla oder Audi Etron laden.

Merken Sie was? Ich habe ein wenig die „Lade-Etikette“ überspannt. Natürlich gibt es die Lade-Etikette nur noch genauso lange, es wie eine Elektroauto-Community noch wird. Diese Begriffe stammen aus der Anfangszeit der Elektromobilität, als nur Nerds mit einem elektrisch angetriebenen Auto unterwegs waren. Zwar sind noch relativ wenig Elektroautos auf den Straßen unterwegs. Wenn aber Elektromobilität sich durchsetzt, dann hat sich die „Community“ wie die „Lade-Etikette“ überlebt.

Spätestens, wenn es ganz normal ist, mit dem Elektroauto unterwegs zu sein, dann werden Benimm-Regeln durch klare Verkehrsregeln ersetzt werden müssen.

Wer an einer Ladesäule lädt, der nimmt eine Dienstleistung in Anspruch. Wie jedes Auto an jeder Tankstelle tanken kann, wird das natürlich auch jedes Auto mit einem Stecker an einer Ladestation dürfen, an der der Stecker passt.Dabei spielt es logischerweise keine Rolle, ob es sich um ein Plugin Hybrid oder ein vollelektrisches Auto handelt. Wer einen Stecker am Auto hat, darf natürlich sein Auto auch an jeder öffentlichen Ladestation laden.

Alle Besitzer von Autos, die Ladesäulen blockieren, werden  allerdings dafür bestraft, notfalls werden die Autos abgeschleppt. Da spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Elektroauto oder um ein anderes Fahrzeug handelt. Ist schon jemand auf die Idee gekommen, sein Auto an einer Tankstelle stehen zu lassen?  Würden Sie ihr Elektroauto an einer Benzinzapfsäule parken? Natürlich nicht!

Schlussbemerkung: Dieser Beitrag enthält ironische Elemente.

 

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