Praxisbericht: So gut fährt man mit dem Kona Electric 39 kwh

Mein „großer“ Hyundai Kona Electric 64 kWh erhält derzeit einen neuen Hochvoltakku. Der Akku-Tausch dauert ca. eine Woche. Für die Zeit hat mir meine Vertragswerkstatt ein Ersatzfahrzeug zu Verfügung gestellt, den Kona Elektro mit dem kleinen 39 kWh Akku. Ich habe das Fahrzeug genauso benutzt, wie ich meinen Kona mit „großem“ Akku nutze.

Ein flinker Stadt- und Landflitzer

Der kleine Kona mit 136 PS starkenElektromotor gibt sich auf der Landstraße und im Stadtverkehr wieselflink. Ich bemerke kaum Unterschied zu seinem großen Bruder mit 204 PS Motor. Wenn man aufs Strompedal tippt, geht er ab wie ein Autoscooter. Und das sogar im Eco-Modus! Im Normal-Modus ist er noch agiler, den Sportmodus habe ich gar nicht ausprobiert. Der Eco-Modus ist völlig ausreichend. Im Verbrauch ist er vielleicht etwas günstiger wie der große Kona. Vom Fahrgefühl fühlt er sich noch etwas besser gefedert an. Mag sein, weil er neuer ist. Vielleicht liegt das aber auch an dem etwas geringeren Gesamtgewicht wegen dem kleineren Akku.

Moderne Bedienelemente und Comfort

Das etwas neuere Modell hat einen etwas größeren Touchscreen und modern aufgepeppte Anzeigen. Das Fahrzeug hat alles, was ein modernes E-Auto braucht: Lenkrad- und Sitzheizung, Standheizung, beheizbare Sitze, Navi, adaptiver Tempomat. Die Sitze sind einigermaßen bequem, allerdings nicht so angenehm wie meine Ledersitze im Premium-Modell. Aber insgesamt fühle ich mich im kleinen Kona recht wohl, fast wie in meinen großen Kona.

Mit dem 11 kw AC-Lader ist der Akku wieder schnell voll.

Der kleine Akku wird nach ein paar Fahrten doch schnell etwas leerer. Ich hole ihn mit 86 Prozent Akkukapazität von der Werkstatt ab, die 20 km entfernt ist. Danach noch ein paar Fahrten im Landkreis, die ich ab und zu mal zu erledigen habe. Mittags komme ich mit 60 Prozent Akku zuhause an und stöpsele ihn an meine Wallbox. Der Wagen kann maximal mit 11 kw laden, die Ladeleistung wird aber vom Lastmanagement meines Hauses auf 5 bis 6 kw gedrosselt, weil im Haus gerade relativ hoher Stromverbrauch ist. Dennoch ist er in wenigen Minuten wieder zu 80 Prozent aufgeladen. Ich habe eine Reichweite von ca. 230 km im Akku. Damit komme ich die nächsten Tage klar.

Auf der Autobahn schluckt der kleine Kona ordentlich

Autobahn und Langstrecke ist für den kleinen Kona nicht so das Wahre. Am Samstag lade ich den Akku bis auf 85 Prozent auf und stelle die Standheizung an, bevor ich in die 55 km entfernte nächste Großstadt losfahre. Draußen ist es nasskalt bei 4 Grad. Ich steige in den warmen Wagen ein. Auf der Autobahn merke ich schon, dass der Motor sich bei höherer Geschwindigkeit ordentlich anstrengt. Der Verbrauch steigt bei Tempo 130 über 24 kWh / 100 km. Auf längeren Strecken sollte man besser nicht schneller als 120 km fahren, sonst muss man mit dem kleinen Akku schnell wieder an den Schnell-Lader fahren. Die AC-Ladestation in der Stadt erreiche ich mit 57 Prozent Akku-Stand.

Als Pendel- und Alltagsauto völlig ausreichend

Mein großer (Kona hat nur einen Ein-Phasen-Lader für AC Ladesäulen und leider als Zubehör auch das falsche Ein-Phasen-Ladekabel für den kleinen Flitzer, der mit seinem Drei-Phasenlader mit 11 kw wesentlich schneller laden kann. Da ich nur das Ladekabel meines eigenen Autos dabei habe, kann ich mit dem Ladekabel das Auto „nur“ mit 4,3 kw Ladeleistung laden. Nach meinem nach den anderthalb Stunden Stadtbummel hat das Auto daher nur 6 kWh anstatt 15 kWh geladen. Mit dem richtigen Kabel wäre es wahrscheinlich wieder fast voll gewesen, so sind nur 68 Prozent des Akkus aufgeladen. Es reicht aber vollkommen aus für die Rückfahrt. Mit knapp 40 Prozent Akku komme ich mit dem kleinen Flitzer zuhause an. Da ich dort noch ein Drei-Phasen-Ladekabel habe, probiere ich an der Ladestation im Dorf noch mal die Ladeleistung aus. Das Auto lädt nun mit 11 kw! Das heißt, dass er bei einem etwas längeren Aufenthalt mit dem richtigen Ladekabel an einer AC-Ladestation immer wieder zu 100 Prozent geladen ist und knapp 250 bis 300 km Reichweite hat. Für die normalen Pendelfahrten in die nächsten Großstädte reicht es immer aus.

Fazit: Der Kona Electric 39 kWh ist ein gutes Alltagsauto

Wer das Auto nur für den normalen Alltagsgebrauch nutzen möchte, kommt mit dem „kleinen“ Kona gut auf seine Kosten. Es sei denn, er möchte eine große Familie mit viel Gepäck unterbringen. Aber drei Kinder zur Schule bringen, zur Arbeit fahren, ist ideal. Auf Langstrecke habe ich den Wagen nicht ausprobiert. Aber wegen seines mit knapp 40 kWh relativ kleinen Akkus und dann doch eher höheren Verbrauchs bei angenehmer Reisegeschwindigkeit ist er für längere Reisen weniger geeignet. Ich habe ihn nicht am Schnelllader geladen, aber nehme an, dass er noch langsamer als mein großer Kona lädt. Da ich mit meinem Fahrten auch Langstrecken fahren können möchte, wäre für mich der Akku zu klein. Da ziehe ich meinen Kona mit 64 kWh doch vor. Aber ansonsten ist der „kleine“ Kona für den Preis ein wirklich gutes Auto. Bei meinem Händler wird der Wagen nach 4.500 km für 26.000 Euro angeboten.

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