Streit um die Ladestation

Immer mehr Leute sind jetzt mit dem Elektroauto auch auf Langsstrecken unterwegs. Besonders um die Feiertage wird es an den HPC Chargern eng. Auf meiner Fahrt nach Berlin und zurück nach Hause wurde es an den immer noch zu wenigen Ladestationen eng.

IONITY Ladestation Rasthof Lehrter See Süd defekt

Auf meiner Hinfahrt war mein erster Ladestopp an der Autobahn A2 Raststätte Lehrter See. Alle IONITY Stationen bis auf eine waren besetzt. Zu meinem Ärger stellte ich fest, dass die Ladesäule defekt war. Ein Techniker versuchte die Anlage gerade wieder online zu schalten. Ich beschloss, erst einmal am gegenüberliegenden Triple Charger von EnBW zu laden und ging auf Toilette. Nachdem ich zurück war, leuchtete die Säule grün und ich fragte den Techniker, ob sie nun betriebsbereit sei. Er sagte, das vorhin ein Porsche Taican Fahrer sie nicht freischalten konnte, aber eigentlich müsste es nun gehen. Ich versuchte es, leider vergeblich. Ich hatte aber am „Schnarch“-Lader 10 Kilowattstunden „getankt“ und eh noch genug im Akku, um bis nach Braunschweig zu fahren, um dort bei ARAL zu laden.

Auf der Rückfahrt waren unterwegs alle HPC Lader ausgelastet

Auf der Rückfahrt wurde es noch enger. Ich sah unterwegs in der Mobility+ App, dass in Lehrter See alle IONITY Säulen besetzt waren und beschloss, wieder vorher in Braunschweig zu laden. Aber auch dort wurde es eng, es war nur eine von acht ARAL HPC Säulen frei. Neben mir lud ein Tesla und auf der anderen Seite ein VW ID4 mit Familie. Ein kleiner Junge schrie und zeigte auf meinen Nasenlader: „Papa, bei dem Auto wird vorne getankt!“. Das wiederholte er zehn mal und kriegte sich gar nicht wieder ein. Als ich 60 Prozent im Akku hatte, beschloss ich, bis zur Raststätte Goldbach weiter zu fahren, um dort an IONITY noch ein paar Kilowattstunden zu laden, auf Toilette zu gehen und mir einen Kaffee abzuholen. Das sollte für die restliche Fährt reichen.

Audi Etron Fahrer blockiert fast eine Ladesäule

Dort funktionierten alle Säulen, ein fetter Audi Etron stand aber halb auf dem Parkplatz der Nachbarsäule. Ich zirkelte meinen Kona zwischen den Audi und einem KIA E-Niro ein und konnte gerade noch mein Auto an die Ladesäule anschließen. Die Station ließ sich problemlos mit meiner RFID-Ladekarte freischalten und die Ladung begann. Im AUDI dösten ein fetter Typ mit Sonnenbrille und seine Frau vor sich hin. Als ich um sein Auto ging, zog er die Scheibe runter. Ich sagte ihm, dass er beim nächsten Mal sein Auto richtig vor seine Ladesäule parken solle, damit nicht die Nachbarsäule blockiert wird. Da wurde der Mann stinkig. Das Ladekabel sei zu kurz. Ihn interessierte nicht, ob andere außer ihm parken können und sagte mir, ich solle auf der anderen Seite stellen, um von dort aus zu laden. Das war allerdings gar nicht möglich, weil dafür das Kabel auch nicht reichte. Ich wurde ziemlich sauer. Wenn ich nicht hätte laden können, hätte ich meinen Kona vor dem Audi des arroganten Typen gesetzt und wäre erst einmal zwei Stunden Kaffee trinken gegangen. Der Mann hätte dann die Zeit auf mit seiner Dame in seiner Edelkarosse mich warten können.

Ausbau der Schnell-Lader dringend erforderlich!

Zwei Schlussfolgerungen habe ich bei dieser Reise mit meinem Elektroauto gemacht:

  • So eng wie dieses Mal war es noch nie an den Ladestationen. Man merkt, dass immer mehr Elektrautos auf der Autobahn unterwegs sind. Wir brauchen dringend mehr Ladeparks!
  • Das Elektroauto wird zunehmend Mainstream. Leider hat dies zur Folge, dass auch immer mehr A*löcher ein Elektroauto fahren. Früher nahmen die Emobilisten aufeinander Rücksicht und halfen einander. Das ist nur vorbei. Wir sind nicht mehr weit davon weg, dass sich die Leute um die freie Ladesäule prügeln.
Der weiße Audi Etron links neben meinem Wagen stand halb auf dem Platz vor meiner Ladesäule. Dem Fahrer war das gleichgültig

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